Atemschutzüberwachung
Bei jedem Atemschutzeinsatz und bei jeder Übung mit Isoliergeräten muss grundsätzlich eine Atemschutzüberwachung durchgeführt werden. Die Atemschutzüberwachung ist eine Unterstützung der unter Atemschutz vorgehenden Trupps bei der Kontrolle ihrer Behälterdrücke. Außerdem erfolgt eine Registrierung des Atemschutzeinsatzes. Der jeweilige Fahrzeugführer der taktischen Einheit (z. B. GF) ist für die Atemschutzüberwachung verantwortlich. Bei der Atemschutzüberwachung können andere geeignete Personen zur Unterstützung hinzugezogen werden. Geeignete Personen müssen die Grundsätze der Atemschutzüberwachung kennen. Nach einem und nach zwei Drittel der zu erwartenden Einsatzzeit ist durch die Atemschutzüberwachung der Atemschutztrupps auf die Beachtung der Behälterdrücke hinzuweisen.
Die Registrierung muss enthalten:
- Namen der Einsatzkräfte unter Atemschutz
- Uhrzeit beim Anschließen des Lungenautomaten
- Uhrzeit bei 1/3 und 2/3 der zu erwartenden Einsatzzeit
- Erreichen des Einsatzzieles
- Beginn des Rückzugs
- Sinnvoll ist noch eine Notiz über den ungefähren Aufenthalt (z. B. 2. Verteiler, 1. C-Rohr, rechtshand im 1. OG)
- Der Atemschutzüberwacher notiert sofort die Startzeit bzw. stellt die Stoppuhr auf 30 Min. (CSA: 20 Min., LPA: 60 Min...). Sollte der Lungenautomat später angeschlossen werden, wird die zuerst angenommene Startzeit korrigiert.
- Auch der Sicherheitstrupp muss registriert werden.
- Kurz vor Erreichen des zu erwartenden Einsatzendes (bei 2/3 der Einsatzzeit) wird durch den Atemschutzüberwacher der Restdruck des vorgehenden Trupps abgefragt und dieser an den Rückzug erinnert.
- Nach Einsatzende melden sich die Trupps beim Gruppenführer und dem Atemschutzüberwacher.
Geräteplaketten
Zahlreiche Feuerwehren verwenden seit Jahren Plaketten die eine Atemschutzüberwachung erleichtern. In den meisten Fällen sind die Plaketten den Atemschutzgeräten zugeordnet und auch mit der Gerätenummer versehen. Des weiteren sind die Plaketten farblich den Geräten angepasst: gelbe Plaketten für einfache Pressluftatmer (30 Min. Grundeinsatzzeit), rote Plaketten für Langzeit-PA (60 Min. Grundeinsatzzeit). Eher selten werden persönliche Plaketten zugeordnet, in diesen Wehren hat jeder AGT seine Plakette an der Überjacke und gibt sie im Falle eines Atemschutzeinsatzes dem Atemschutzüberwacher.
Werden Atemschutzüberwachungstafeln verwendet werden die Plaketten in die Tafel eingeschoben oder eingehangen. Je anch Tafel wird mit dem Einschieben der Plakette eine Uhr aktiviert, z. B. beim britischen Rapid Deployment Board.
Sinnvoll ist auf jeden Fall die Kombination mit den Schlüsselschaltern der Notsignalgeber (sofern vorhanden). Hierzu wird die Geräteplakette und idealerweise ein Flauschband am Schlüsselschalter fixiert. Gerätenummer, Fahrzeugkennung und Flaschendruck sollten immer vor Einsätzen eingetragen werden, z. B. bei Dienstantritt oder in der FF durch den Atemschutzgerätewart (regelmäßige Druckkontrolle). Im Einsatzfall wird der Name einfach auf das Flauschband geklettet und der Schlüssel inkl. Plakette bei der Atemschutzüberwachung abgegeben.
Interessant sind auch die englischen Plaketten (Vorreiter in der Atemschutzüberwachung). Dort wird die Startzeit (TIME IN) vom Atemschutzüberwacher auf der Plakette vermerkt. Auf der Rückseite finden sich zwei Felder für Strahlenschutzeinsätze. Vor einem Strahlenschutzeinsatz wird die evtl. aufgenommene Dosis notiert (in der Regel 0 µSv), nach dem Einsatz wird die aufgenommene Dosis vom Dosismessgerät abgelesen und ebenfalls notiert, in unserem Beispiel 5 µSv.
Überwachungszettel
Die minimale Atemschutzüberwachung besteht aus Zettel, Stift und Uhr...
Wer auf diese günstigste Variante zurückgreifen muss, sollte sich im Vorfeld Gedanken machen und entsprechende Utensilien auf den Fahrzeugen verlasten.
Zahlreiche Feuerwehren haben Vordrucke entworfen die Sie hier herunterladen können. Neben den Anforderungen der FwDV7 denken Sie bitte daran dass die Vordrucke selbsterklärend und leicht zu lesen sind (große Buchstaben, Platz für Eintragungen). Wird kein Vordruck verwendet, ist die Überwachung zum scheitern verurteilt und sieht im besten Fall so aus -> Zettel (Anmerkung: Dieser Überwachungszettel wurde bei einer Gefahrgutübung ohne großen Zeitdruck erstellt.)
Atemschutzüberwachung "Modell Vockenhausen", Quelle und Info: Rainer Horn,
Atemschutzüberwachung "Modell Hardheim", Quelle und Info: Feuerwehr Hardheim, feuerwehr.hardheim.kai@gmx.de
Atemschutzüberwachung "Modell Unteruhldingen", Quelle und Info: Ewald Moser
Die niedersächsische Landesfeuerwehrschule Loy bietet auf ihren Internetseiten ebenfalls entsprechende Vordrucke an:
Strategic & Tactical Worksheet
Das nachfolgend vorgestellte System wird von den Feuerwehren in Monroe County (Florida Keys, USA) eingesetzt. Jeder FA hat Namensplaketten mit Klett am Helm, diese werden auf das Funkgerät des Gruppenführers und auf die Überwachungstafel geklettet. Jeder registrierte Feuerwehrmann bekommt ein großes gelbes Klettschild auf seinen Helm, so wird vermieden dass unregistrierte FA vorgehen. Ein ähnliches Verfahren nutzen einige wenige Feuerwehren in Deutschland mit orangefarbenen Haftstreifen an der Überjacke, wird der FA registriert gibt er sein Namensschild ab und der orange Haftstreifen wird sichtbar.
Rapid Deployment Board
Das Rapid Deployment Board stellt in Groß Britannien die minimalste Atemschutzüberwachung dar. Die "Rapid Deployment Procedure" darf nur bei Menschenleben in Gefahr und wenn absolut keine eigenen Kräfte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen angewandt werden. Ein zweiter Grund für diese Minimalüberwachung besteht wenn eine gefährliche Eskalation der Schadenslage durch schnellstmögliches Eingreifen verhindert werden kann.
- Rapid Deployment Procedures dürfen nur in außergewöhnlichen Situationen angewandt werden
- Nur wenn sich nicht mehr als zwei PA-Träger in der Gefahrenzone befinden
- Nur wenn sich die zu rettenden Personen in Sichtweite befinden oder sich deren Aufenthaltstort bekanntermaßen in der Nähe des Zugangs befindet
- Schnellstmöglich muss die "Rapid Deployment Procedure" durch eine ordentliche Atemschutzüberwachung ersetzt werden (Stage 1)
Die elektronische Uhr wird durch das Einscheiben einer Plakette aktiviert. Die Startzeit wird lediglich auf der Plakette notiert.
Quelle: Technical Bulletin 1/1997 - Breathing Apparatus Command & Control Procedures
Mechanische Überwachungstafeln
Mechanische Überwachungstafeln sind in der Regel wenig störanfällig und leicht zu bedienen. Das Bild zeigt ein Modell der Fa. Dräger. Die Plaketten werden mit kleinen Karabinern an der Tafel eingehängt, der Überwacher notiert die Startzeit und stellt die Eieruhren per Hand auf die gewünschte Zeit. Wird die Zeit überschritten ertönt ein Klingelsignal. Je nach Modell kann mit Bleistift und/oder Faserschreiber geschrieben werden.





