Unfälle in Europa im Jahr 2010
(6 getötete und 38 verletzte FA)
Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.
- 01. März 2010 - Kleinbrand - Ausbreitung auf Dach - Absturz - ein verletzter FA
- 8. März 2010 - Großbrand - Einsturz - ein Kollege getötet, einer verletzt
- 06. April 2010 - Hochhausbrand - zwei getötete und zwei verletzte Kollegen
- 07. Mai 2010 - Wohnungsbrand - Durchzündung - zwei Verletzte
- 05. Juni 2010 - Brand einer Werkstatt - Verletzte durch Einsturz und leichte Brandverletzungen
- 23. Juni 2010 - Zimmerbrand - zwei verletzte Kollegen
- 17. Juli 2010 - Feuer in Sportschuhgeschäft - ein verletzter Kollege
01. März 2010 - Kleinbrand - Ausbreitung auf Dach - Absturz - ein verletzter FA
(bl) Bad Staffelstein (Bayern). Unter dem Einsatzstichwort "Müllbrand greift auf Dach über" wurde die Feuerwehr alarmiert. Auf der Laderampe eines Supermarktes brannte Müll, mit der Folge einer Ausbreitung auf das Gebäude. Für die Löscharbeiten ging ein Angriffstrupp in den mit Holz ausgebauten Dachboden des Anlieferungsbereichs vor, um evtl. Brandnester zu suchen. Aufgrund der starken Verrauchung war nicht ersichtlich, dass in einem hinteren Teil des Dachboden kein befestigter Boden vorhanden war. Beim Betreten des nur mit Isolierwolle bedeckten Bodens durchbrach der Atemschutzgeräteträger die darunter befindliche Styroporplatte und stürzte fünf Meter in die Tiefe. Der 28jährige Feuerwehrmann war zwei Tage in stationärer Behandlung.
Quelle: FF Bad Staffelstein
8. März 2010 - Großbrand - Einsturz - ein Kollege getötet, einer verletzt
(kd) Veendam (Niederlande). Großbrand in einem Elektronikmarkt. Das Feuer brach um 3 Uhr nachts in einem benachbarten Imbiss aus. Während der Löscharbeiten stürzte eine Außenwand ein. Zwei Feuerwehrmänner wurden verletzt. Ein 44jähriger Kollege erlag seinen Verletzungen im Krankenhaus.
Weitere links: Video, Interview, Fotos auf blikop112.nl
Quellen: blik op 112, Nederlandse Omroep Stichting
06. April 2010 - Hochhausbrand - zwei getötete und zwei verletzte Kollegen
(ar) Southampton (UK). Bei einem Brand in einem 15-geschossigen Wohn-Hochhaus wurden zwei FA unter bislang unbekannten Umständen getötet, zwei weitere zogen sich leichte Verbrennungen zu.
Um 20:14 ging die Notrufmeldung bei der zuständigen Leitstelle über einen Brand in einem OG in dem Hochhaus ein. Insgesamt wurden 20 Feuerwehrfahrzeuge alarmiert. Alle Bewohner des Gebäudes wurden erfolgreich durch die Feuerwehr evakuiert bzw. gerettet.
Während den Rettungsarbeiten kamen zwei Feuerwehrangehörige zu Tode; Genaueres ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Zwei weitere Feuerwehreleute erlitten leichte Verbrennungen an ihren Händen und wurden in ein Krankenhaus eingeliefert.
Eine gemeinsame Untersuchung der Unfallumstände durch Feuerwehr und der Polizei wurde eingeleitet; auch die zuständige Arbeitsschutzbehörde wurde informiert.
Quelle: Hampshire Fire and Rescue Service
07. Mai 2010 - Wohnungsbrand - Durchzündung - zwei Verletzte
(bl) Quickborn (SH). Mit dem Stichwort "unklare Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus" wurde die Feuerwehr Quickborn alarmiert. Neun Minuten nach der Alarmierung wurde vom ersten Löschfahrzeug ein Feuer im ersten Obergeschoss lokalisiert. Das Haus wurde geräumt. Unter Atemschutz drangen Einsatzkräfte in das nur sehr leicht verrauchte Treppenhaus und wollten, nach dem Setzen eines Rauchverschlusses, in die Wohnung eindringen. In diesem Moment kam es zur Flammendurchzündung und Flammen schlugen, über das zweite Obergeschoss, bis unter den Dachüberstand. Die Einsatztaktik wurde sofort geändert: Der Trupp im Treppenhaus sicherte die geschlossene Wohnungstür. Zwei weitere Atemschutz-Trupps drangen, über die Drehleiter, von der Rückseite, in die Wohnung und bekämpften das Feuer im Innenangriff. Ein vierter Atemschutz-Trupp verhinderte währenddessen die Brandausbreitung auf der Vorderseite. Diese Maßnahmen führten zum Erfolg. Der Brand blieb auf die betroffene Wohnung begrenzt, das Treppenhaus ist nur sehr leicht verrußt und selbst die untere Wohnung bleibt bewohnbar; es ist kein Löschwasser durchgedrungen. Die betroffene Wohnung brannte aber nahezu komplett aus, in den meisten Räumen ist der Putz großflächig von Wänden und Decken gefallen. Die Wohnungsinhaberin und ihre Tochter wurden von einem mutigen Nachbarn aus der Wohnung geholt, beide kamen ins Krankenhaus. Der Nachbar und weitere Hausbewohner wurden von weiteren Rettungsdienstpersonal und unserem Notfallseelsorger betreut. Ein Feuerwehrmann stürzte und verletzte sich das Sprunggelenk. Ein Atemschutzgeräteträger geriet so dicht an die Flammen, dass die Hitze durch seine Schutzkleidung drang und er am Oberarm Verbrennungen 2. Grades (3 cm Brandblase) erlitt. Die von der Quickborner Wehr genutzte Schutzkleidung ist 15 Jahre alt (Neubeschaffung in Vorbereitung). Nach einer halben Stunde war das Feuer gelöscht. Nachdem die Polizei die Wohnung untersucht hatte, wurden von der Feuerwehr ca. 3 Kubikmeter Brandschutt aus der Wohnung gebracht. Da in der ca. 20 cm hohen Schicht noch viele Glutnester waren, musste diese, ohnehin anstrengende, Arbeit unter Atemschutz verrichtet werden. Durch die Maßnahmen der Feuerwehr blieben alle anderen Wohnungen bewohnbar. Im zweiten Obergeschoss wurden auch zwei Meerschweinchen gerettet. Um genügend Atemschutzgeräteträger vor Ort zu haben, wurde gleich in der Anfangsphase die Feuerwehr Ellerau (Kreis Segeberg) alarmiert. Die Zusammenarbeit funktionierte problemlos. Auch bei diesem Einsatz hat die Wärmebildkamera hervorragende Dienste geleistet. Zufällig kam der Vertriebspartner des Herstellers an der Einsatzstelle vorbei und stellte der Wehr ein weiteres Gerät zur Verfügung, wodurch noch gezielter gearbeitet werden konnte. Durch den Einsatz der Wärmebildkameras konnte das Löschwasser sehr effektiv eingesetzt werden, es kam zu keinen Wasserschäden. Nach drei Stunden harter Arbeit konnte das letzte Feuerwehrfahrzeug die Einsatzstelle verlassen.
Quelle: www.feuerwehr-quickborn.de, www.kfv-pinneberg.de
05. Juni 2010 - Brand einer Werkstatt - Verletzte durch Einsturz und leichte Brandverletzungen
(ih) Göppingen (BW). Brand einer Werkstatt. Im Laufe der Löscharbeiten ging ein 4-Mann-Trupp vor. Es bestand der Verdacht, dass es hinter einer Leichtbauwand noch brennt. Mit Hilfe des Einreißhaken wurde diese zu Fall gebracht und der oben genannte Verdacht bestätigte sich. Glutnester wurden auseinander gezogen und abgelöscht, Trümmerteile entfernt und Mobiliar heraus gezogen. Ein größerer Metallschrank wurde auf die Seite gezogen und aufgerichtet. Der Schrank verlor das Gleichgewicht und traf einen Feuerwehrmann am Kopf. Eingeklemmt zwischen Betonfundament und Schrank verlor der AGT sein Bewusstsein. Seine Truppkollegen konnten ihn schnell befreien und leisteten Erste Hilfe.
Lesen Sie hier den Erfahrungsbericht des verletzten Feuerwehrmann.
Quelle: Feuerwehr Göppingen
23. Juni 2010 - Zimmerbrand - zwei verletzte Kollegen
(bl) München (Bayern). Am Nachmittag wurde die Feuerwehr München zu einem Zimmerbrand in einem vierstöckigen Wohnhaus gerufen. Bereits auf der Anfahrt war eine Rauchsäule weithin sichtbar, worauf der Einsatzleiter die Alarmstufe erhöhen ließ und weitere Kräfte alarmiert wurden. Beim Eintreffen am Einsatzort waren bereits offene Flammen aus einer Wohnung im zweiten Obergeschoss sichtbar. Sofort gingen Einatzkräfte unter schwerem Atemschutz und einem C-Rohr in die Brandwohnung vor und löschten den Brand. Dabei entdeckten sie eine schwerbrandverletzte Person, brachten diese sofort aus der Wohnung und übergaben sie dem Notarztteam Nord zur medizinischen Versorgung. Die schwerverletzte Person wurde unverzüglich in eine Münchner Klinik transportiert. Des weiteren wurden noch zwei weitere Personen vorsorglich zur Untersuchung in Münchner Kliniken transportiert. Alle Wohnungen des Wohnhauses wurden von Trupps unter schwerem Atemschutz kontrolliert. Dabei wurden keine weiteren Verrauchungen oder verletzte Personen entdeckt. Insgesamt war die Feuerwehr München mit 18 Fahrzeugen und 50 Einsatzkräften vor Ort. Bei
den Löscharbeiten kam es zu einem Schlauchplatzer, in dessen Folge beide
Kollegen des Angriffstrupp leichte Verbrühungen erlitten.
Quelle: Branddirektion München - Pressestelle
17. Juli 2010 - Feuer in Sportschuhgeschäft - ein verletzter Kollege
(reb) Düsseldorf (NRW). Gegen 21 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Feuer in einem Sportschuhgeschäft gerufen. Bei Eintreffen stand das erste Obergeschoss bereits fast vollständig in Flammen. Über 5 verschiedene Angriffswege wurde das Feuer mit insgesamt 10 C-Rohren bekämpft. Bei den Löscharbeiten zog sich ein Feuerwehrmann leichte Verbrühungen im Bereich der Schultern und des Kopfes zu. Er wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, konnte dieses aber schon während des Einsatzes wieder verlassen. Insgesamt waren 3 Löschzuge der Berufsfeuerwehr sowie mehrere Sonderfahrzeuge im Einsatz. Es wurden mehr als 40 PA verbraucht.
Quelle: Pressemitteilung der Feuerwehr Düsseldorf