Unfälle in
Europa
im Jahr 2026
(2 getötete und 2 verletzte FA)
Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.
(tk) Homburg (Saarland). Die Feuerwehr wurde zu einem Kellerbrand mit sehr starker Rauchentwicklung in einem Mehrfamilienhaus alarmiert. Bei Ankunft war der vorgelagerte Treppenraum völlig verqualmt und die Anwohner, denen der Fluchtweg somit abgeschnitten war, standen auf den Balkonen im 1., 2. und 3. Obergeschoss. Eine Teileinheit ging zur Brandbekämpfung im Keller vor. Die weiteren Kräfte leiteten die Menschenrettung über die Drehleiter und Steckleitern an. Teilweise mussten die Anwohner abgehalten werden, in den Rauch zu laufen bzw. von den Balkonen zu springen. Letztlich wurden 28 Bewohner über die Drehleiter und 15 Anwohner über Steckleitern gerettet. Ursächlich für die massive Verqualmung der Fluchtwege, war eine offene Brandschutztür im Keller, welche im verschlossenen Zustand die Flucht über den Treppenraum ermöglicht hätte. Der Brand selbst wurde in einem fensterlosen Kellerraum voll mit Unrat gefunden. Der Brand hatte eine extreme Hitzeentwicklung, so dass sich ein Feuerwehrmann aus dem ersten Angriffstrupp - trotz sehr guter Schutzkleidung - leichte Verbrennungen zuzog. Die Löscharbeiten zogen sich aufgrund des stark hitzebeaufschlagten Kellers und dessen schwerer Zugänglichkeit bis morgens um 4 Uhr hin. Die Einsatzkräfte aus der FF Homburg und der benachbarten Komunen und Hilfsorganisationen haben hervorragend zusammengearbeitet, so dass Verletzte oder sogar Tote verhindert werden konnten.
Quelle: Feuerwehr Homburg
(tk)In Verdal (Trøndelag, Norwegen) kam es in der Nacht zum 7. Januar 2026 zu einem schweren Atemschutzunfall während eines Gebäudebrandes. Eine Einfamilienhaus wurde durch Feuer vollständig zerstört, nachdem der Brand am frühen Morgen gemeldet wurde.
Beim Innenangriff verlor die Einsatzleitung nach etwa 45–50 Minuten den Kontakt zu zwei erfahrenen Einsatzkräften, die sich im Innenangriff befanden. Die Bedingungen für einen weiteren Rettungsversuch waren aufgrund der starken Hitze und Einsturzgefahr zu gefährlich. Später wurden die beiden Feuerwehrleute tot in den Trümmern des Hauses gefunden.
Quelle: https://www.nrk.no/trondelag/enebolig-totalskadd-etter-brann-i-verdal-1.17716929
(bl) Helmstedt (Niedersachsen). Gemeldet wurde ein Wohnungsbrand mit Menschenleben in Gefahr. Bei Ankunft des Einsatzleiters schlugen ihm bereits aus mehreren Fenstern die Flammen aus dem Gebäude entgegen. Zwei Personen waren zu diesem Zeitpunkt noch mindestens im Gebäude. Bei Eintreffen der ersten Kräfte wurde umgehend mit der Menschenrettung und Brandbekämpfung begonnen. Zwei Personen wurden mittels Drehleiter aus dem völlig verrauchten 2. OG gerettet. Parallel gingen mehrere Trupps unter Atemschutz zur Brandbekämpfung vor. Es zeigte sich jedoch schnell, dass die massive Brandausweitung auf das gesamte Gebäude übergriffen hatte, so dass ab dem 1. OG die Decken bis durch das Dach durchgebrannt waren. Ein Innenangriff war dann nicht mehr möglich. Auch der Einsatz von zwei Drehleitern (Helmstedt, Grasleben) konnte ein Durchzünden des Dachstuhls hin zu einem offenen Dachstuhlbrand nicht verhindern. Aufgrund des Einsatzverlaufes wurden umgehend weitere Einsatzkräfte nachgefordert. Zwischenzeitlich drohte das Feuer auf die benachbarten Gebäude überzugreifen, dies konnte jedoch mit einem massiven Löschangriff erfolgreich verhindert werden. Die Ortsfeuerwehr Königslutter stellte dennoch eine dritte Drehleiter zur Verfügung, um ggf. sofort reagieren zu können. Die Ortsfeuerwehren aus Wolsdorf, Samtgemeinde Velpke sowie aus Beendorf sammelten sich an der Feuerwehr Helmstedt und stellten weitere Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. Durch die Leitstelle Helmstedt-Wolfsburg wurde eine Bevölkerungswarnung über die Warn-Apps geschaltet, aufgrund der starken Rauchentwicklung.
In Summe wurden 5 Personen aus dem Gebäude gerettet, vier Personen wurden ins Krankenhaus transportiert. Eine Person wurde ambulant vor Ort behandelt. Eine Feuerwehrkraft wurde beim Innenangriff leicht verletzt und ebenfalls vor Ort behandelt. Weitere Infos zu Art und Schwere der Verletzungen liegen nicht vor. Vier Katzen konnten nur noch tot geborgen werden. Es wurde ein sogenannter Massenanfall von bis zu 7 Verletzten ausgelöst (MANV7). Auf dem benachbarten Hof "Kramers Gut" wurde sowohl die Betreuung der Betroffenen sichergestellt, als auch die Verpflegung der Einsatzkräfte durch die Verpflegungseinheit der Kreisfeuerwehr Helmstedt und das DRK Kreisverband Helmstedt - SEG Betreuung gestellt. Die Kreisfeuerwehr brachte zudem den Abrollbehälter Atemschutz zur Einsatzstelle, um weitere Atemschutzgeräte vor Ort zu haben. Durch die Ortsfeuerwehr Offleben-Reinsdorf erfolgte die Einsatzhygiene, Reinigen und Aufnahme von kontaminierten Einsatzkleidungen. Die Drohne der Kreisfeuerwehr verschaffte fortlaufend ein Blick von oben mittels Wärmebildkamera. Das THW war ebenfalls vor Ort mit zwei Fachberatern Bau, um die Standsicherheit des Gebäudes zu prüfen. Im weiteren Verlauf wurde zusätzlich das sogenannte ESS (Einsatzstellen-Sicherungssystem) in den Einsatz gebracht. Dieses überprüft mittels Messgeräten permanent Bewegung am Gebäude und warnt die Einsatzkräfte falls dieses einzustürzen droht. Da nicht alle Glutnester mittels Drehleiter erreicht werden konnten, wurde der Feuerwehrkran der Berufsfeuerwehr Braunschweig nachgefordert. Dieser unterstütze die Nachlöscharbeiten. Abschließend wurde durch das THW das Gebäude gegen unbefugtes Betreten gesichert. Das Brandobjekt ist bis auf weiteres unbewohnbar. Die Bewohner und direkten Nachbarn wurden durch die Stadtverwaltung in einem Hotel sowie bei Freunden untergebracht. Bürgermeister Wittich Schobert und 1. Stadtrat Henning-Konrad Otto waren ebenfalls vor Ort und kümmerten sich persönlich darum. In Summe waren bis zu 200 Einsatzkräfte vor Ort. Der Lange Steinweg ist bis auf weiteres vollständig (Personen und Fahrzeuge) gesperrt. Die Einsatzstelle wurde der Polizei übergeben.
Ein großes Dank geht an das Roxy Kino Helmstedt, welches sowohl die Toiletten bereitstellte als auch für Verpflegung mit Snacks aushalf!
Ortsfeuerwehr Helmstedt, Emmerstedt, Barmke, Offleben-Reinsdorf, Grasleben, Königslutter, Kreisfeuerwehr Helmstedt, DRK Helmstedt, THW Helmstedt/Schöningen/Wolfsburg/Gifhorn, Berufsfeuerwehr Braunschweig.
Quelle: Feuerwehr Helmstedt