Unfälle in Deutschland im Jahr 2001
(Ein getöteter und 7 verletzte FA)
Hinweis: in der Statistik sind auch Unfälle enthalten die bisher nicht veröffentlicht wurden. Daher kann es vorkommen, dass die Gesamtzahl der betroffenen FA die Summe der in den Berichten erwähnten übersteigt.
- 05. Januar 2001 - Wohnhausbrand mit Durchzündung - Selbstrettung von vier FA
- 17. Februar 2001 - Zimmerbrand - ein getöteter FA
- 19. - 21. März 2001 - Großbrand mit Durchzündungen - drei verletzte FA
- 7. Juni 2001 - Wohnhausbrand - drei verletzte FA
05. Januar 2001 - Wohnhausbrand mit Durchzündung - Selbstrettung von vier FA
(uc/ar) Düsseldorf (NRW). Brand eines Einfamilienhauses (nachts, 1,5 Geschosse) in Düsseldorf. Zwei Kleinkinder wurden über Drehleiter gerettet, die Mutter wurde unter einer Fluchthaube nach draußen geführt.
Die Kombination aus DLK in Anleiterbereitschaft und bereitstehendem voll ausgerüsteten Sicherheitstrupp mit zusätzlicher Sicherungs-Schlauchleitung rettete bei diesem Einsatz dem Angriffstrupp vermutlich das Leben:
Nach einer erfolgreichen Menschenrettung kam es bei der danach erfolgenden Bekämpfung eines ausgedehnten Dachstuhlbrandes zur Durchzündung im gesamten Bereich des Angriffs- bzw. Fluchtweges. Der Angriffstrupp wurde im Dachgeschoß abgeschnitten und durch die Flammen erheblich gefährdet. Der Truppführer setzte einen Notruf über den Abschnittskanal ab. Der Sicherheitstrupp erhielt darauf sofort seinen Einsatzauftrag, schloss seine Lungenautomaten an und konnte mit der bereit liegenden Sicherungsschlauchleitung die Flammen im Bereich des Fluchtweges unverzüglich bekämpfen. Der Angriffstrupp versuchte mit der Feuerwehraxt nach DIN die Wärmeschutzverglasung des Fenster zu zerstören, was erst nach mehrmaligen sehr kräftigen Schlägen gelang, da die Feuerwehraxt immer an der Fensterfläche abrutschte und nicht genug Energie zur Zerstörung übertragen werden konnte.
Dann machte sich der abgeschnittene Angriffstrupp an einem Dachfenster der bereit stehenden DLK-Besatzung bemerkbar. Die DLK war bereits (nach der darüber teilweise erfolgten Menschenrettung) wieder in die Nähe der Fenster in Stellung gebracht worden und leiterte sofort das Fenster mit dem Angriffstrupp an. Dieser brachte sich aus dem Fenster über die Drehleiter in Sicherheit und wurde nur leicht verletzt.
Künftig soll statt der Feuerwehraxt ein anderes Schlag- und Suchwerkzeug (z.B. Halligan mit TNT-Tool oder Spaltaxt) auf den Fahrzeugen verlastet und im Einsatz mitgenommen werden (Vgl. MAESCHLE, 2001).
Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die Rubriken Ausbildung und Ausrüstung.
17. Februar 2001 - Zimmerbrand - ein getöteter FA
Bad Soden/Taunus (Hessen). Tödlicher Atemschutzeinsatz während eines Zimmerbrandes im EG einer 4-Zimmer-Wohnung. Der verstorbene Kamerad (Truppführer) war 19 Jahre alt. Insgesamt waren drei Trupps eingesetzt, davon zwei in der Wohnung.
Quelle: Feuerwehr-Forum
19. - 21. März 2001 - Großbrand mit Durchzündungen - drei verletzte FA
Hamburg. In einem Kühlhaus wütet ein Großbrand mit mehreren Durchzündungen. Nach mehr als 20 Stunden (20.03., 7:15 Uhr) wird im dritten OG ein drei-Mann-Trupp durch einen flashover verletzt. Ein Brandmeister der BF und zwei Angehörige der FF werden leicht am Hals und am Kopf verletzt.
Quelle: Feuerwehr-Magazin 9/01, Seiten 38-45
7. Juni 2001 - Wohnhausbrand - drei verletzte FA
Bad Vilbel (Hessen). Wohnhausbrand, drei Kameraden erlitten Verbrennungen an den Beinen. Der Feuerwehr-Dezernent der Stadt wurde umgehend vom Einsatzleiter informiert. Die politischen Verantwortlichen nahmen die Verletzungen sehr ernst.
Noch in der gleichen Woche wurden gesonderte Haushaltsmittel bereitgestellt, um sämtliche Feuerwehreinsatzkräfte, welche noch nicht über eine eigene Brandschutzüberhose verfügen, auszustatten. Damit wurde ein Stufenplan, welcher die Feuerwehr in die Lage versetzt hätte, innerhalb der nächsten Jahre sämtliche Einsatzkräfte mit kompletter Brandschutzbekleidung auszustatten, vorgezogen.
Quelle: FFZ (vormals 112; 10/2001, Seite 637)